w
e i s s
Architekten
w e i s s w e i s s
Welle zum Barock

Erweiterung eines historischen Gartenpavillons

Wohnen im denkmalgeschützten Pavillon: Diesen Traum realisierte sich das Paar bereits 1995. Jetzt galt es, mehr Raum für die Familie zu schaffen – und dafür einen Anbau zu planen, der sich harmonisch an das historische Gebäude und in die Umgebung fügt.

Für den Gartenpavillon aus dem 18. Jahrhundert wünschte sich die Eigentümerfamilie eine Vergrößerung der Wohnfläche, einen ausgewogenen Gartenanteil und einen unverstellten Blick nach außen. Die Denkmalbehörde forderte eine harmonische Erweiterung, die die Wirkung des Pavillon-Solitärs nicht beeinträchtigen würde. Diesen Ansprüchen wird der eingeschossige Anbau gerecht: Der neue Baukörper lehnt sich zu beiden Seiten an die angrenzende historische Friedhofsmauer an und greift deren Höhe auf. Er setzt sich sowohl durch die weiche Formensprache als auch durch den respektvollen Rücksprung zum barocken Gartenpavillon ab. Durch den Einsatz moderner Materialien tritt die Fassade nicht in Konkurrenz mit der Bestandsfassade. Der wellenförmige Grundriss des Anbaus lässt auf dem langgezogenen, schmalen Grundstück genug Raum für Terrasse und Familiengarten und sorgt für eine natürliche Zonierung.

Der ursprüngliche Gartenzugang des Pavillons wurde wieder freigelegt und verbindet Alt- und Neubau. Sowohl Ost- als auch Westflügel öffnen sich Richtung Süden. Die Wohnfläche auf unterschiedlichen Niveaus erzeugt verschiedene private Bereiche und bietet dennoch die gewünschten Sichtbeziehungen nach außen. Die komplett verglaste Südfassade wurde in Leichtbauweise realisiert und speichert durch ihre unterschiedlichen Ausrichtungen die natürliche Energie der Mittagssonne. Verwendete Bauprodukte (Holz, Stein, Kiesel, Zement etc.) wurden in umliegender Umgebung abgebaut und von lokal ansässigen Handwerkern eingebaut. Alle Materialien können rückgebaut und rezykliert werden.

Standort
Eichstätt

Leistungsphasen
1–5

Projektjahr
2012

Der beidseitige Anbau ermöglicht eine flexible Nutzung der Gebäudeteile, die sich nach Bedarf verschieden schalten lassen.
Daniel Weiss
Architekt und Gründer
Fotos
Susan Buth, Matthias Durynek