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Architekten
Mehrgenerationenwohnen im Bestand

Umbau und Erweiterung eines historischen Jurahauses

Ein Jurahaus aus dem Jahr 1801 wurde behutsam umgebaut und erweitert. Seit mehreren Generationen ist das Haus Teil des familiären Lebens. Der Umbau reagiert auf den steigenden Wohnraumbedarf und verbindet Bestandserhalt mit moderner Wohnarchitektur. 

Das Fachwerk-Jurahaus liegt im historischen Ortskern von Kinding im Altmühltal. Neben dem Wohnhaus prägen eine Scheune und ein ehemaliger Schweinestall die gewachsene Hofstruktur. Heute leben hier mehrere Generationen unter einem Dach: eine vierköpfige Familie sowie ein Onkel, der sein Elternhaus zeitweise bewohnt. Der Umbau des Bestandsgebäudes reagiert auf den Wunsch nach zusätzlicher Wohnfläche und einer zeitgemäßen Organisation des Zusammenlebens. Entstanden sind neue Räume für das gemeinschaftliche Wohnen ebenso wie Rückzugsorte, die mehr Privatsphäre und Eigenständigkeit innerhalb des Hauses ermöglichen.

Der neue, eingeschossige Baukörper fügt sich mittig zwischen Wohnhaus und Scheune ein und stärkt die geschützte Hofsituation. Seine klare Kubatur und das flach geneigte Dach greifen die Formensprache des Jurahauses auf. Altbau und Neubau bleiben dabei klar ablesbar und bilden dennoch ein stimmiges Ganzes. Ein Durchbruch im bestehenden Mauerwerk verbindet beide Gebäudeteile miteinander und führt von der neu organisierten Küche – ehemals das Wohnzimmer – in den neu geschaffenen Wohnbereich des Anbaus. Großzügige Öffnungen schaffen fließende Übergänge zum geschützten Garten, der als Erweiterung des Wohnraums erlebbar wird.

Auch im Bestand wurden einzelne Räume neu organisiert. Die Verlagerung der Küche sowie die Integration zusätzlicher Bäder im Erd- und Obergeschoss erhöhen den Wohnkomfort und schaffen zusätzliche Rückzugsmöglichkeiten, ohne die ursprüngliche Struktur des Hauses grundlegend zu verändern. Eine besondere Qualität bietet die Einbindung des historischen Gewölbekellers: Ehemals nur von außen zugänglich, wird er nun über den Neubau erschlossen und in den Wohnalltag integriert. Als künftig genutzter Weinkeller bleibt seine ursprüngliche Funktion als Lagerraum weiterhin ablesbar.

Konstruktiv kombiniert der Neubau massives Mauerwerk mit sichtbaren Brettsperrholzelementen im Innenraum. Ergänzt wird das Baukonzept durch eine extensive Dachbegrünung.

Standort
Kinding

Leistungsphasen
1-8

Projektjahr
2025

Die Erweiterung schafft neue Wohnqualitäten und ermöglicht gemeinsames und privates Wohnen.
Daniel Weiss
Fotos
Susan Buth