KI-Oasen, wenn Städte träumen
Vor einem Jahr haben wir mit den KI Oasen begonnen, die Vorstellungen der Bürgerinnen und Bürger in visuelle Zukunftsbilder zu übersetzen. Seitdem hat sich das Projekt weiterentwickelt. Neben einer neuen technischen Basis, die direkte Eingaben in die KI ermöglicht, ist nun auch ein Buch erschienen, das die Erfahrungen und Erkenntnisse des ersten Jahres zusammenfasst. Damit beginnt für die KI Oasen eine neue Phase.
Als wir 2024 mit den KI Oasen starteten, war vieles noch experimentell. Die KI wurde durch unser Büro gefüttert, Begriffe wurden in aufwendigen Schritten zu Bildbefehlen übersetzt und die Ergebnisse in regelmäßigen Ausstellungen gezeigt. Das Projekt war ein erster Versuch, Zukunftsbilder gemeinsam sichtbar zu machen und einen neuen Weg der Beteiligung zu erproben.
Inzwischen hat sich das Verfahren spürbar verändert. Die technische Weiterentwicklung ermöglicht es Bürgerinnen und Bürgern heute, ihre eigenen Begriffe direkt in die KI einzugeben und innerhalb weniger Sekunden ein erstes visuelles Ergebnis zu erhalten. Der Prozess ist unmittelbarer geworden und eröffnet eine neue Form des gemeinsamen Nachdenkens über Stadträume. Erprobt wurde diese Weiterentwicklung erstmals im Rahmen von Stadt Land Kunst. Dabei wurde sichtbar, dass Menschen unterschiedlichen Alters mit dem Tool umgehen können und dass die theoretischen Elemente des Verfahrens in der Anwendung anschlussfähig waren.
Parallel dazu ist das begleitende Buch erschienen. Es dokumentiert nicht nur die Bilder und Rückmeldungen aus dem ersten Projektjahr, sondern reflektiert auch die Frage, wie Stadt gemeinsam gedacht und gestaltet werden kann.
Mit diesen beiden Schritten beginnt für die KI Oasen eine neue Phase. Aus einem Prototyp ist ein offenes Verfahren geworden, das wir weiter erproben und als nächsten Schritt in ein Realexperiment übertragen möchten.
Standort
Eichstätt
Projektjahr
2025
Buchinformationen
Titel: Wenn Städte träumen – KI-Oasen. Partizipative Stadtgestaltung mit Künstlicher Intelligenz
Herausgeber: Daniel Weiss, weiss Architekten, Eichstätt
Zum Buch: https://buchshop.bod.de/ki-oasen-wenn-staedte-traeumen-9783819233975
(auch auf Amazon & Thalia erhältlich)
Eichstätts KI-Oasen
Was passiert, wenn eine KI die Chance bekommt, Eichstätter Plätze nach Wünschen der Bürgerinnen und Bürger zu entsiegeln? Diese Frage stellten sich w e i s s Architekten und lernten im Rahmen einer acht wöchigen Ausstellung eine eigentrainierbare KI mit Schlagworten der Bevölkerung an, ergänzte um das Konzept „Integration von Stadtbäumen“.
Dazu waren die EichstätterInnen über Flyer, Presse und über die Schaufenster der Ausstellungsräume aufgerufen in einer Umfrage ihre Assoziationen für „Eichstätts versiegelte Plätze 2034“ zu nennen. Über 95 Prozent der über 150 Teilnehmenden brachten ihren Willen zur Veränderung zum Ausdruck und wünschten sich auf einem oder mehreren Plätzen Entsiegelung. Dazu gingen über 200 Einzelideen ein, die direkt an die KI „verfüttert“ wurden. Diese generierte aus diesen Schlagworten fotorealistische Darstellungen der Eichstätter Plätze.
Doch von Anfang an: Zu Beginn machte Projektmitarbeiter Andreas Dannemann die in den Kinderschuhen befindliche KI mit dem Konzept des „Stadtbaums“ vertraut und lernte ihr über Bild und Text die Eichstätter Plätze. Allen voran initial den Marktplatz, als Dreh- und Angelpunkt Eichstätts und Basis für die erste Ausstellungsreihe. Damit fiel der Startschuss. Zur Interaktion angeregt, durch Bilder in der Presse, den sozialen Medien und eigens erstellten Flyern, die in Eichstätter Lokalen auslagen, wurde die KI-Ausstellung zum Stadtgespräch – was sich direkt auf die Umfrageteilnahmequote auswirkte.
Es folgte – nun nach Wunsch der UmfrageteilnehmerInnen – im ersten Update der Residenzplatz: Diesen wollten knapp 87 Prozent entsiegelt sehen und brachten Ideen von „Hängematten“, über „Beschattung“ bis „insektenfreundlich“ ein.
Im dritten Update zeigte das Büro w e i s s Architekten nochmal den Marktplatz – und die Entwicklung der eigens für dieses Modell trainierten Eichstätt-KI. Die Ergebnisse verbesserten sich zusätzlich, weil die Projekteilnehmer die Arbeitsweise der KI während es Projektes immer besser kennenlernen und den Input sowie Einlernprozess immer präziser gestalten konnten. Wo diese zu Beginn noch Häuserecken und Details „hinzudichtete“, waren die Häuser nun eindeutig zuzuordnen, die Bilder detailreich und jetzt ausschließlich durch die Vorgaben der Umfrageteilnehmenden generiert.
Somit visualisiert die KI eindrucksvoll, was sich in den Köpfen der Umfrageteilnehmenden befindet und schafft kreativen Gestaltungsraum. Ähnlich wie Science-Fiction-Filme Zukunftserwartungen auslösen, regen auch die Bilder der Ausstellung zu Gedankenspielen in der Realität an.
Deshalb war es besonders wichtig, im Rahmen der Ausstellung keine „Denkverbote“ zu erteilen, sondern frei von Restriktionen zu Visionen „out-of-the-box“ einzuladen. Die KI zeigt sich hier als nützliches Tool, die eigene Erfahrungswelt zu erweitern.
Standort
Eichstätt
Projektjahr
2024
Wie verändern Bäume einen Ort? Der Stadtbaum rückt immer mehr in den Fokus der Stadtplanung. Er erhält in den “KI-Oasen“ einen besonderen Stellenwert.
w e i s s Architekten
